Firmen-Retreat planen: Budgets realistisch kalkulieren

Firmen-Retreat planen: Budgets realistisch kalkulieren

21 mai 202613 min environ

Wer sein Team aus dem Büroalltag herauslöst, schafft oft mehr für Motivation, Strategie und Zusammenarbeit als viele Wochen voller Meetings. Doch kaum jemand fragt nach dem Budget, stockt die Planung. Ein strukturierter Retreat-Budgetplan schafft Klarheit. Entscheider bekommen die Sicherheit, die sie brauchen, und Planer erhalten einen verlässlichen Rahmen, um ein wirklich gelungenes Event zu gestalten - ohne böse Überraschungen auf der Rechnung.

Die Herausforderung liegt darin, dass Firmen-Retreats überraschend viele Kostenvariablen mit sich bringen, die die meisten Teams erst dann bemerken, wenn sie mitten in der Logistik stecken. Standort, Teilnehmerzahl, Anreiseweg, Unterkunftskategorie, Verpflegungswünsche, Aktivitäten und Moderationskosten beeinflussen sich gegenseitig auf eine Weise, die Schätzungen aus dem Bauch heraus unzuverlässig macht. Im Folgenden beschreiben wir einen praxisorientierten Ansatz, mit dem sich ein Retreat-Budgetplan aufstellen lässt, dem auch die Geschäftsleitung vertraut.

Warum die meisten Retreat-Budgets scheitern, bevor es losgeht

Budgetprobleme bei Offsites entstehen selten, weil ein einzelner Posten überzogen wird. Sie entstehen, weil niemand die Zahlen klar verantwortet, versteckte Kosten nicht einkalkuliert wurden und die erste Schätzung auf Wunschdenken statt auf Recherche basierte. Führungskräfte merken das meistens erst, wenn die Angebote der Anbieter eintreffen und die Lücke zwischen Erwartung und Realität offensichtlich wird.

Der häufigste Fehler: Der Retreat-Kostenwert pro Person wird als feste Zahl aus einer vagen Branchennorm übernommen. Dabei schwankt dieser Wert erheblich, je nachdem, ob Teilnehmende aus ganz Deutschland anreisen oder das Offsite 40 Minuten vom Büro entfernt stattfindet. Ein Wert von 2.000 Euro pro Person bedeutet für ein achtköpfiges Führungsteam etwas ganz anderes als für eine verteilte Gruppe von 75 Personen.

Die Annahmen, die Budgetlücken erzeugen

Teams gehen oft davon aus, dass die Unterkunft der größte Kostentreiber ist. Doch Reise und Transport machen häufig einen größeren Anteil aus, besonders bei verteilten Teams. Auch Verpflegung sprengt Budgets oft unerwartet, wenn Sonderkostwünsche, Mindestbestellmengen und Service-Entgelte erst nach der ersten Kalkulation auftauchen. Moderationshonorare, Technik, Druckmaterialien und Pufferreserven fehlen in ersten Entwürfen fast immer.

Das Retreat-Budget-Framework: PLACE

Ein bewährtes Modell für die Strukturierung von Firmen-Retreat-Kosten ist das PLACE-Framework. Es gliedert alle Ausgaben in fünf Kategorien: People (Personen), Lodging (Unterkunft), Activities (Aktivitäten), Catering (Verpflegung) und Extras. Statt ein Budget aus einem einzigen Pro-Kopf-Wert abzuleiten, werden die Kategorien einzeln kalkuliert und dann zusammengefasst. Das macht Kostentreiber frühzeitig sichtbar und erleichtert Abwägungsentscheidungen erheblich.

People umfasst alle Reisekosten: Flüge, Bahn, Taxis, Kilometerpauschalen und Transfers. Lodging beinhaltet Zimmerkontingente, Kurtaxen, Steuern und Tagungsraummieten. Activities deckt alles von moderierten Workshops und Keynotes bis zu Freizeitaktivitäten und Teamherausforderungen ab. Catering umfasst alle Mahlzeiten, Snacks, Kaffeepausen und Abendveranstaltungen. Extras ist der Sammeltopf für Namensschilder, Merchandise, Fotografie, gedruckte Agenden und einen Puffer von mindestens zehn Prozent der Gesamtschätzung.

PLACE in der Praxis anwenden

Nehmen wir ein Produktteam aus 22 Personen, überwiegend remote tätig und über Deutschland verteilt. Die Führung möchte ein dreitägiges Offsite mit Fokus auf Roadmap-Abstimmung und bereichsübergreifenden Beziehungen. Mit PLACE beginnt der Planer bei People: 14 Personen benötigen Bahntickets zu durchschnittlich 120 Euro, 8 Personen reisen mit dem Auto und erhalten eine Kilometerpauschale von durchschnittlich 60 Euro. Das ergibt rund 2.160 Euro für Reisen. Unterkunft in einem soliden Konferenzhotel mit Tagungsraum kostet 150 Euro pro Zimmer und Nacht; mit Doppelbelegung einzelner Zimmer landen wir bei rund 8.100 Euro für drei Nächte. Aktivitäten umfassen einen halbtägigen Strategie-Workshop (2.800 Euro), einen Kochkurs bei einem Münchner Kochstudio (1.400 Euro) und eine geführte Wanderung im Alpenvorland (350 Euro), zusammen 4.550 Euro. Verpflegung für drei Tage inklusive Abendempfang beläuft sich auf rund 7.200 Euro. Extras mit zehnprozentigem Puffer ergeben etwa 2.201 Euro. Gesamtkosten: rund 24.211 Euro, also ca. 1.100 Euro pro Person. Das ist ein realistisches, dokumentiertes Budget für ein kleineres Team - keine optimistische Wunschzahl.

Retreat-Kosten pro Person nach Teamgröße

Die Kosten pro Person sinken in der Regel mit zunehmender Gruppengröße, weil Fixkosten wie Raummiete, Moderationshonorare und Transportlogistik auf mehr Teilnehmende verteilt werden. Eine Gruppe von acht zahlt meist mehr pro Person als eine Gruppe von fünfzig, selbst wenn das größere Event aufwändiger wirkt.

Für kleine Führungsrunden von sechs bis zwölf Personen liegt ein realistischer Rahmen für zwei bis drei Nächte bei 2.500 bis 4.000 Euro pro Person, wenn Premium-Unterkunft und intensive Moderation vorgesehen sind. Für mittelgroße Teams von 20 bis 40 Personen liegt der Offsite-Kostenwert pro Person typischerweise bei 1.200 bis 2.200 Euro bei moderater Anreise und guter, aber nicht luxuriöser Unterkunft. Für große Retreats ab 60 Personen steigen die Pro-Kopf-Kosten wieder auf 1.800 bis 3.000 Euro, weil Reisekosten für verteilte Teams unabhängig von der Gruppengröße hoch bleiben.

Wenn Pro-Kopf-Kosten unerwartet steigen

Mehrere Faktoren treiben die Kosten pro Person in die Höhe. Kurzfristige Buchungen lösen fast immer Aufpreise auf Zimmer und Tickets aus. Die Wahl eines Standorts mit schlechter Bahnanbindung oder ohne Direktflüge erhöht die durchschnittlichen Reisekosten spürbar. Ein Venue, das nur als exklusives Gesamtpaket buchbar ist, bringt Fixkosten mit sich, die für kleinere Gruppen schwer zu rechtfertigen sind. Die budgetfreundlichste Strategie ist oft, Unterkunft und Anreise mindestens 60 Tage im Voraus zu buchen und bei An- und Abreisetag flexibel zu bleiben.

Fünf realistische Retreat-Budgetszenarien

Abstrakte Zahlen helfen wenig, konkrete Beispiele dagegen schon. Die folgenden Szenarien zeigen verschiedene Teamgrößen, Ziele und geografische Kontexte in Deutschland. Alle nutzen das PLACE-Framework und orientieren sich an aktuellen Marktpreisen für Unterkunft, Anreise und Moderation.

Szenario 1: Kennenlernen im neuen Team, 10 Personen, Mittelstadt

Ein neu zusammengestelltes Team nutzt ein zweitägiges Retreat, um Vertrauen aufzubauen und gemeinsame Arbeitsweisen zu entwickeln. Unterkunft in einem Boutique-Hotel mit gemeinschaftlichen Arbeitsbereichen kostet rund 130 Euro pro Zimmer und Nacht. Bahntickets liegen im Schnitt bei 90 Euro pro Person. Ein halbtägiger moderierter Workshop zu Kommunikationsstilen kostet 1.800 Euro, ein gemeinsames Kocherlebnis am Abend 700 Euro. Das Gesamtbudget liegt bei rund 15.000 bis 17.000 Euro, also 1.500 bis 1.700 Euro pro Person. Das ist ein gut ausbalanciertes budgetfreundliches Retreat, das echten Mehrwert schafft, ohne zu übertreiben.

Szenario 2: Strategie-Offsite einer Abteilung, 25 Personen, bayerische Alpen

Ein Produkt- und Entwicklungsteam reist für drei Nächte in ein Berghotel in Bayern - für intensive Arbeitssessions, Roadmap-Planung und Outdoor-Aktivitäten. Unterkunft mit Tagungsraum kostet 160 Euro pro Person und Nacht. Reisekosten liegen bei durchschnittlich 100 Euro. Moderation für zwei ganztägige Strategie-Sessions kostet 5.500 Euro. Outdoor-Aktivitäten inklusive geführter Wanderung und Lagerfeuerabend ergeben 2.600 Euro. Dieses Retreat-Budget-Szenario summiert sich auf rund 39.000 bis 43.000 Euro, also ca. 1.560 bis 1.720 Euro pro Person.

Szenario 3: Großes All-Hands-Retreat, 75 Personen, Hamburg oder Berlin

Ein vollständig verteiltes Unternehmen versammelt sein gesamtes Team einmal im Jahr für vier Nächte in einer deutschen Großstadt. Reisekosten für 75 verteilte Mitarbeitende liegen im Schnitt bei 180 Euro pro Person. Unterkunft in einem Stadthotel mit Breakout-Räumen kostet 150 Euro pro Person und Nacht. Das Programm umfasst einen Keynote-Speaker (6.500 Euro), zwei Tage abteilungsweise Arbeitssessions, eine stadtweite Schnitzeljagd (3.500 Euro) und ein formelles Abendprogramm mit Catering (11.000 Euro). Gesamtschätzung: 185.000 bis 205.000 Euro, also rund 2.470 bis 2.730 Euro pro Person. Hier zahlt sich ein disziplinierter Retreat-Budgetplan besonders aus, denn selbst kleine Mehrkosten pro Person multiplizieren sich über 75 Teilnehmende erheblich. Teams, die dabei Unterstützung bei der Anbietersuche und Angebotsvergleichen suchen, setzen zunehmend auf Plattformen wie Naboo, um Venues und Dienstleister effizient zu koordinieren.

Szenario 4: Offsite des Führungskreises, 8 Personen, Nordseeküste oder Bodensee

Acht Führungskräfte treffen sich für zweieinhalb Nächte in einem hochwertigen Ferienresort zur strategischen Ausrichtung, Langfristplanung und gemeinsamen Erlebnissen. Zimmer in einem Fünf-Sterne-Haus kosten 380 Euro pro Nacht. Die Mahlzeiten sind kuratiert und umfassen ein exklusives Degustationsmenü. Ein externer Executive-Moderator berechnet 4.800 Euro für zwei Sessions. Gesamtkosten: 22.000 bis 26.000 Euro, also 2.750 bis 3.250 Euro pro Person. Die höheren Pro-Kopf-Kosten spiegeln die bewusste Investition in Umgebungsqualität und Moderationstiefe wider.

Szenario 5: Sales-Kickoff-Retreat, 35 Personen, Südeuropa oder Mallorca

Ein Vertriebsteam startet das neue Geschäftsjahr mit einem dreitägigen Retreat, das Motivation, Training und Freizeiterlebnis verbindet. Flüge kosten im Schnitt 220 Euro. Unterkunft in einem Resort mit Pool und Außenevent-Fläche liegt bei 190 Euro pro Person und Nacht. Das Programm umfasst einen Morning-Keynote, Nachmittags-Trainings, ein Outdoor-Gruppenerlebnis und ein Abschlussdinner. Gesamtkosten: rund 60.000 bis 68.000 Euro, also 1.720 bis 1.940 Euro pro Person. Viele Unternehmen stellen fest, dass die Energie eines gut inszenierten Sales-Kickoffs direkt in die Quartalsergebnisse einfließt - eine klare Investitionslogik, wenn das Budget dokumentiert ist.

Ein Retreat-Budget aufstellen, das die Geschäftsleitung überzeugt

Finanzverantwortliche genehmigen diskretionäre Ausgaben am liebsten, wenn sie eine detaillierte Aufstellung sehen - keine gerundeten Gesamtzahlen. Ein Retreat-Budget, das Zustimmung findet, enthält eine Einzelpostenübersicht für jede PLACE-Kategorie, eine nachvollziehbare Methodik hinter jeder Zahl, eine definierte Pufferreserve und eine kurze Begründung, die Retreat-Ziele mit messbaren Geschäftsergebnissen verknüpft.

Führungskräfte haben mehr Erfolg, wenn sie die Kosten als Ausgabe pro Mitarbeiter pro Tag formulieren statt als Gesamtbetrag. Ein Retreat über 36.000 Euro für 24 Personen über drei Tage entspricht 500 Euro pro Person und Tag. Im Vergleich zu dem, was Unternehmen für Recruiting, Onboarding oder den Verlust eines unmotivierten Mitarbeitenden ausgeben, ist diese Zahl leicht zu verteidigen. Die Rahmung ist mindestens so wichtig wie die Rechnung.

Das Einzelposten-Dokument aufbauen

Ein glaubwürdiges Budgetdokument enthält mindestens folgende Posten: Bahn- oder Flugkosten nach Reisendengruppe, Bodentransfer, Unterkunft nach Zimmertyp und Nacht, Tagungsraum- und Technikmiete, alle Mahlzeiten und Getränke inklusive Serviceentgelt, Aktivitätskosten mit Moderationshonoraren und Materialkosten getrennt ausgewiesen, externe Speaker- oder Beraterkosten, Merchandise oder Markenartikel, Fotografiekosten und eine Pufferreserve von zehn bis fünfzehn Prozent. Eine Tabellenform macht es Prüfern leicht, einzelne Posten zu hinterfragen, statt die Gesamtsumme pauschal in Frage zu stellen.

Mehr Wert aus einem knapperen Retreat-Budget holen

Das Ziel eines budgetbewussten Retreats ist nicht, so wenig wie möglich auszugeben. Es geht darum, jeden Euro einem klaren Zweck zuzuordnen. Manche der wertvollsten Elemente kosten kaum etwas, während teure Posten manchmal wenig bewirken. Wer diesen Unterschied versteht, plant besser als jemand, der einfach Kosten kürzt und auf das Beste hofft.

Moderierte Gespräche und strukturierte Arbeitssessions liefern oft überproportional viel Mehrwert. Ein erfahrener externer Moderator für einen halbtägigen Workshop berechnet vielleicht 2.500 bis 4.000 Euro, aber die erzeugte Klarheit und Ausrichtung kann ein Vielfaches dieses Honorars wert sein. Teures Branding-Merchandise dagegen, das nach dem Event im Schrank verschwindet, ist ein klassischer Bereich, in dem Budget umgeleitet werden kann, ohne die Erlebnisqualität zu schmälern.

Wo mehr investieren, wo sparen

Teams stellen oft fest, dass eine bessere Unterkunft Dividenden in Form von Komfort, Fokus und informellem Austausch zahlt. Wenn Menschen sich wohlfühlen, engagieren sie sich stärker - sowohl in Arbeitssessions als auch in ungeplanten Gesprächen. Andererseits lassen sich Restaurantbesuche außer Haus oft problemlos durch Catering vor Ort ersetzen - günstiger und mit besserer Zeitkontrolle. Aktivitäten mit physischer Beteiligung und Neuheitsreiz erzeugen stärkere Erinnerungen und Verbindungen als passive Unterhaltung, häufig zu vergleichbaren oder geringeren Kosten.

Häufige Fehler bei der Retreat-Budgetplanung

Selbst erfahrene Planer machen vorhersehbare Fehler beim Umgang mit Retreat-Finanzen. Diese Muster zu kennen, hilft, sie zu vermeiden.

  • Steuern und Servicegebühren ignorieren: Hotelrechnungen enthalten häufig Mehrwertsteuer, Kurtaxe und Servicepauschalen, die 15 bis 25 Prozent auf den angebotenen Zimmerpreis aufschlagen. Immer ein Komplettangebot mit allen Nebenkosten anfragen.
  • Reisevariabilität unterschätzen: Durchschnittliche Ticketpreise verschleiern erhebliche individuelle Unterschiede. Konkrete Strecken für die tatsächlichen Teilnehmenden berechnen statt einen Einheitswert verwenden.
  • Pufferreserve weglassen: Unerwartete Kosten bei Retreats sind keine Seltenheit, sondern Normalität. Eine fehlende Reserve bedeutet, dass jede Überraschung eine Rückfrage beim Finanzteam auslöst. Besser proaktiv einplanen.
  • Kosten mit Wert gleichsetzen: Ein hoher Preis ist kein verlässlicher Hinweis auf den Mehrwert einer Aktivität für Teamzusammenhalt oder strategische Ergebnisse. Aktivitäten nach ihrer Passung zu den Retreat-Zielen bewerten, nicht nach Preisniveau.
  • Zu spät buchen: Viele Planer warten auf die endgültige Teilnehmerzahl, bevor sie buchen. In der Praxis senkt frühes Buchen die Kosten und sichert Verfügbarkeit. Eine moderateklausel für Teilnehmerabweichungen verschafft genug Flexibilität.
  • Nachbereitungskosten vergessen: Zusammenfassungen, Action-Item-Dokumentation und Follow-up-Coaching sind legitime Retreat-Kosten, die im ursprünglichen Budget erscheinen sollten - nicht erst danach als böse Überraschung.

Messen, ob das Retreat-Budget Ergebnisse gebracht hat

Ein Retreat-Budget lässt sich in künftigen Planungsrunden leichter verteidigen, wenn das aktuelle Retreat messbare Ergebnisse produziert hat. Die meisten Retreat-Verantwortlichen haben ein gutes Gefühl dafür, ob das Event gelungen ist - aber dieses Gefühl ist kein starkes Argument, wenn das Finanzteam nach der Rechtfertigung fragt.

Führungskräfte messen den Retreat-ROI typischerweise durch eine Kombination qualitativer und quantitativer Signale. Auf der qualitativen Seite liefern Post-Retreat-Umfragen zu Teamkohäsion, Richtungsklarheit und individueller Motivation ein direktes Feedback zur Erlebnisqualität. Quantitativ lassen sich Kennzahlen wie Mitarbeiterbindung in den sechs Monaten nach dem Retreat, Entscheidungsgeschwindigkeit bei Themen aus dem Offsite oder die Häufigkeit bereichsübergreifender Zusammenarbeit im Projektmanagement-Tool nachverfolgen.

Einen Messwert vor dem Retreat festlegen

Der glaubwürdigste Messansatz erfordert eine Ausgangsmessung vor dem Retreat. Eine kurze Umfrage zwei Wochen vor dem Event erfasst den aktuellen Stand der Teilnehmenden zu Teamausrichtung, Kommunikationsqualität und Motivation. Dieselbe Umfrage zwei und sechs Wochen danach zu wiederholen macht die Veränderung sichtbar und zurechenbar. Diese Vorher-Nachher-Messung verwandelt Retreat-Ausgaben von einem Ermessensposten in eine dokumentierte Investition mit nachvollziehbarem Ergebnis.

Retreat-Budget für die jährliche Planung weiterentwickeln

Viele Unternehmen veranstalten mindestens ein großes Offsite pro Jahr, ergänzt durch kleinere Team-Retreats auf Abteilungs- oder Projektebene. Ein wiederkehrender Retreat-Budgetplan muss Preissteigerungen bei Reise und Unterkunft berücksichtigen, die in den letzten Jahren deutlich über der allgemeinen Inflation lagen. Hinzu kommen Veränderungen bei der Teamgröße, der geografischen Verteilung und strategischen Prioritäten, die das jeweils passende Retreat-Format verändern können.

Eine praktische Methode: Ein Retreat-Budgettemplate pflegen, das die tatsächlichen Ausgaben jedes vergangenen Events neben der ursprünglichen Schätzung festhält, mit Anmerkungen zu den Gründen für Abweichungen. Nach zwei oder drei Zyklen entsteht eine verlässliche Grundlage für künftige Schätzungen auf Basis der eigenen Ausgabenmuster - nicht generischer Branchenwerte. Viele Unternehmen stellen fest, dass ihre tatsächlichen Pro-Kopf-Kosten konsistent über oder unter veröffentlichten Durchschnittswerten liegen, weil Geografie, Kultur oder Vorlieben eine Rolle spielen. Diesen organisationsspezifischen Kontext einzubeziehen, macht künftige Budgets deutlich präziser.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Firmen-Retreat pro Person für ein kleines Team realistischerweise?

Für kleine Teams von acht bis 15 Personen liegt ein realistischer Retreat-Kostenwert pro Person bei einem zwei- bis dreitägigen Event typischerweise zwischen 1.800 und 3.500 Euro, je nach Anreiseweg, Unterkunftskategorie und Aktivitätenwahl. Kleinere Gruppen profitieren weniger von Skaleneffekten, weshalb die Pro-Kopf-Kosten oft höher sind als bei größeren Gruppen, selbst wenn das Event bescheidener wirkt.

Wie strukturiere ich ein Retreat-Budget für die Genehmigung durch das Finanzteam?

Ein Retreat-Budget für die Finanzgenehmigung sollte eine Einzelpostenübersicht nach Kostenkategorien nutzen: Reise, Unterkunft, Verpflegung, Aktivitäten und Moderation, Materialien und Pufferreserve. Jede Zeile sollte Einzelpreis, Menge und Gesamtbetrag ausweisen. Ein kurzer Begleittext, der die Retreat-Ziele mit Geschäftsergebnissen verknüpft, hilft Prüfern, die Investitionslogik zu verstehen statt Zahlen isoliert zu bewerten.

Wie lassen sich Retreat-Kosten senken, ohne die Qualität zu gefährden?

Kosten reduzieren ohne Qualitätseinbußen gelingt meistens über drei Hebel: Unterkunft und Reise deutlich früher buchen, um Aufpreise zu vermeiden; einen Standort mit guter Bahnverbindung oder Direktflügen wählen statt einer schwer erreichbaren Destination; Budget von wenig wirkungsvollen Posten wie Merchandise umschichten hin zu hochwertigerer Moderation oder besserer Unterkunft.

Wie hoch sollte die Pufferreserve in einem Firmen-Retreat-Budget sein?

Eine Pufferreserve von zehn bis 15 Prozent der Gesamtschätzung entspricht dem gängigen Standard bei Retreat-Budgets. Bei großen Retreats mit komplexer Logistik empfiehlt sich der höhere Wert. Bei kleineren, einfacheren Events, bei denen die meisten Kosten bereits feststehen, reichen zehn Prozent. Die Reserve sollte als explizite Zeile im Budget erscheinen, nicht als stiller Hoffnungswert im Kopf des Planers.

Welche Faktoren führen am häufigsten zu Budgetüberschreitungen?

Die häufigsten Ursachen für Überschreitungen bei einem Retreat-Budget sind unterschätzte Reisekosten durch individuelle Streckenvariabilität, Steuern und Serviceentgelte, die im ersten Angebot fehlen, kurzfristige Programmerweiterungen mit Moderations- oder Materialkosten sowie Catering-Mehrkosten durch Mindestbestellmengen oder spät gemeldete Ernährungsanforderungen. Explizite Einzelschätzungen für diese Bereiche statt gerundeter Durchschnittswerte bieten den wirksamsten Schutz vor schleichender Budgetausdehnung.

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